Pfadfinder im heiligen Land

 
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Pfadfinder in Israel

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Organisation der Pfadfinderbewegung in Israel

 

Die auf Weltebene (WAGGGS und WOSM) anerkannten Pfadfinderverbände in Israel sind zusammen geschlossen in der Israel Boy and Girl Scouts Federation.

Die Israel Boy and Girl Scouts Federation ist die einzige politisch nicht gebundene Jugendbewegung in Israel. Sie wird im wesentlichen vom Ministerium für Erzie­hung und Kultur getragen, erhält aber auch darüber hinaus finanzielle Mittel von Städten und Gemeinden, Kirchen, Schulen und Stiftungen.

Die Israel Boy and Girl Scouts Federation wurde 1953 gegründet, die Anfänge der Hebrew Scouts Association und einiger kleinerer Gruppen gehen bis in das Jahr 1919 zurück.

Die Israel Boy and Girl Scouts Federation ist Mitglied in den beiden Weltverbän­den WAGGGS und WOSM und gehört zu den beiden Europaregionen. Ihre Mit­glieder arbeiten aktiv auf Europa- und Weltebene mit. Die israelischen Pfadfinde­rinnen und Pfadfinder arbeiten überwiegend koedukativ, dies in Übereinstim­mung mit der vorherrschenden Praxis in den Schulen Israels. Jungen und Mäd­chen lernen und arbeiten zusammen, haben eine gleiche Ausgangsbasis. Ehren­amtlich tätig zu sein, sich für andere, für das Land einzusetzen: In diesem Sinne leistet die israelische Pfadfinderbewegung ihre Erziehungsarbeit. Zur Israel Boy and Girl Scouts Federation gehören sechs Verbände:

Alle Einzelverbände gehören zur Federation und haben eine gemeinsame Sat­zung, wobei jedoch jeder Verband seine eigene Satzung hat, um seinen eigen­ständigen Charakter zu unterstreichen.

Alle Verbände arbeiten nach ähnlichen Programmen, die auf den Grundprinzipien der internationalen Pfadfinderbewegung - alle Menschen sind gleich, ungeachtet ihrer Religion, Rasse oder Geschlecht - basieren, wobei neben den pfadfinderi­schen Aktivitäten besondere Betonung auf den Dienst an der Gemeinschaft ge­legt wird. Alle Pfadfinderverbände arbeiten in demokratischer Weise, wobei alle Bevölkerungsgruppen in ihren Verbänden ihren Eigenheiten Rechnung tragen.

 

The Hebrew Scout Association

der mitgliedsstärkste Verband, gliedert sich in vier eigene Zweige: die Seepfad­finder, die religiösen Pfadfinder, die Israeli Scouts in den USA (ZABAR) und die Reform Scouts. Unabhängig von der besonderen Ausprägung ihrer Arbeit folgen sie den gleichen Prinzipien der pfadfinderischen Arbeit und finden sich mit den anderen Pfadfinderorganisationen in Israel zu gemeinsamen Aktivitäten zusam­men.

 

Die Arbeit geschieht in verschiedenen Altersstufen, in Anlehnung an die Klassen­einteilung in den Schulen. Zu Beginn eines Jahres wechselt die Gruppe von einer Altersstufe in die nächste. Bis zum Alter von 14 Jahren treffen sich Mädchen und Jungen in getrennten kleinen Gruppen. In der dann anschließenden Gruppe der Älteren arbeiten sie 4 Jahre lang zusammen, bis sie dann mit 18 ihren Wehr­dienst leisten müssen (Mädchen 2 Jahre, Jungen 3 Jahre). Dem National Board, das sich ausschließlich aus Ehrenamtlichen zusammensetzt, und den einzelnen Ausschüssen (Committees), die gemeinsam die Prioritäten der Arbeit im Verband festlegen und umsetzen, stehen Hauptamtliche zur Seite, die überwiegend in fünf Arbeitsfeldern tätig sind: Personal, Schulung, Internationales, Sonderprojekte und Programme für Jugendliche, die nach Abschluß der Schule auch weiterhin aktiv in zwei Bereichen tätig sein wollen: in der "Nachal" in Verbindung mit dem Militärdienst und im "Community Service" zur Unterstützung und zum Aufbau von Jugendarbeit und zur Eingliederung von Kindern und Jugendlichen in den "Entwicklungstädten" (neue Ansiedlungen, deren Infrastruktur sich noch im Auf­bau befindet und in denen vorallem Neueinwanderer angesiedelt werden). Die Arbeit mit Behinderten, Naturschutzprojekte, Arbeit in Krankenhäusern und Siedlungen für Neueinwanderer, Katastrophenhilfe und freiwillige Erntehilfe zäh­len ferner dazu.

 

Zusammen mit den Hauptamtlichen auf Landesebene arbeiten 8 Regionalbüros, die für die Umsetzung der gemeinsamen Projekte für den Gesamtverband, die Schulung und alle Aktivitäten in der Region zuständig sind. Einer der Schwer­punkte der Arbeit des Verbandes auf nationaler Ebene war in der letzten Zeit die Eingliederung der Neueinwanderer in Israel. Darüber hinaus wurden weitere Be­reiche festgelegt, in denen die Arbeit künftig intensiviert werden soll:

 

Schulung: neue Arbeitshilfen, Seminare und Aufbaukurse sind in Arbeit oder ge­plant.

Eingliederung von Neueinwanderern: hier liegt der Schwerpunkt auf der direkten Eingliederung, auf Aktivitäten im sozialen Bereich und dem freiwilligen sozialen Jahr vor dem Militärdienst (wobei der Eintritt in den Militärdienst um ein Jahr verschoben wird).

Jüdisch-arabische Beziehungen: die Erarbeitung eines gemeinsamen Rahmen­plans soll den Kontakt zwischen den jüdischen und arabischen Verbänden verbessern und ausweiten.

Förderung des Verständnisses zwischen weltlichen und religiösen Gemeinden, wobei der Schwerpunkt auf der jüdischen Identität und dem jüdischen Erbe liegt.

Gemeinwesenarbeit: Im Rahmen des freiwilligen sozialen Jahres vor dem Militär­dienst in den "Entwicklungsstädten" soll ein Netzwerk der Helfer entstehen, sollen Eltern und Verantwortliche in den Gemeinden verstärkt einbezogen werden, um so einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der Gemeinschaft zu leisten.

 

Für diese Arbeitsbereiche wurden Arbeitsprogramme zur Umsetzung erstellt und Verantwortliche benannt, die die Entwicklung in diesen Bereichen verfolgen.


The Arab School Scout Association

umfasst Mitglieder (Mädchen und Jungen) aus moslemischen, christlichen und drusischen Glaubensgemeinschaften. Der Verband wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Erziehung und Kultur gegründet. Er gliedert sich in 10 Distrikte mit je einem Distriktleiter an der Spitze. Diese 10 bilden zusammen das Lei­tungsteam des Verbandes. Die Gruppenleiter sind Lehrer, die eine besondere Schulung im pfadfinderischen Bereich erhalten haben. In der Arab School Scout Association sind etwa 90% der Kinder in den arabischen Schulen organisiert. Ihre Aktivitäten stehen im Zentrum des sozialen und kulturellen Lebens in ihren Ge­meinden. Arabische Geschichte und Folklore bilden einen weiteren Schwerpunkt des Programms dieses Verbandes.


The Israel Arab Scout Association

ist der älteste unter den arabischen Verbänden. Er wurde nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Der Verband arbeitet in den moslemischen Zentren wie Akko, Haifa, Nazareth und in verschiedenen Dörfern. Der Verband hat bisher nur männliche Mitglieder, da ein entsprechendes Programm für Mädchen, das den gesellschaftlichen Gegebenheiten Rechnung trägt, zur Zeit erst erarbeitet wird. Die Israel Arab Scout Association arbeitet verstärkt in dem Bereich der Friedens­erziehung und unterhält gute Beziehungen zu den Hebrew Scouts.


The Israel Catholic Scout Association

wurde nach der Gründung der Israel Boy and Girl Scouts Federation im Jahre 1951 gegründet. Der Griechisch-Katholische Erzbischof ist Präsident des Verbandes. Der Gründer und langjährige Bundesvorsitzende, Majid Attalah, ist im Alter von 74 Jahren 2007 verstorben. Gemeinsam mit dem Bundesvorstand der DPSG wurde in den 80er Jahren das Projekt „Our House of Nazareth“ entwickelt. 1985 konnte das Begegnungszentrum in Nazareth eingeweiht werden. Dort treffen sich Christen, Juden, Muslime und Drusen. Der Verband, in dem Angehörige der maronitischen, griechisch- und römisch- katholischen Kirche zusammenarbeiten, unterhält Gruppen in Nazareth, Haifa, Nafia, Shefaram und anderen kleineren katholi­schen Gemeinden in Galiläa sowie in Tel-Aviv-Jaffa. Die Israel Catholic Scout As­sociation genießt in ihrem gesellschaftlichen Umfeld ein hohes Ansehen und un­terhält auf örtlicher Ebene gute Beziehungen zu den anderen Pfadfinderverbän­den in Israel.


The Israel Greek Orthodox Association

ist Teil der griechisch-orthodoxen Gemeinde und wird von dieser unterstützt. Die Arbeit des Verbandes geschieht in 11 Stämmen im Gebiet von Tel Aviv, in Jaffa, Lod und Rame, überwiegend in getrennten Gruppen für Mädchen und Jungen. Neben den Aktivitäten auf örtlicher Ebene finden einmal pro Jahr in größerem Umfang gemeinsame Aktivitäten mit anderen Verbänden statt.


The Druze Scout Association

ist der einzige Jugendverband für drusische Kinder und Jugendliche in den über­wiegend im Norden Israels lebenden eigenständigen drusischen Gemeinden. Er arbeitet mit Mädchen und Jungen in getrennten Gruppen. Nach den Richtlinien des Ministeriums für Erziehung wird die Gruppenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern in den Schulen durchgeführt. Ein Leitungsteam, bestehend aus den Ko­ordinatoren der einzelnen Regionen sowie dem Vorsitzenden des Verbandes und ehemaligen aktiven Mitarbeitern, ist für die inhaltliche Arbeit des Verbandes zu­ständig.

 

Dr. Anton Markmiller

Vorsitzender der Freunde und Förderer der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) e.V. - Bundesverband

(Bundesvorsitzender der DPSG 1982–1990 und Mitglied des Europäischen Komitees der Weltpfadfinderorganisation (WOSM) 1986–1992 – Vorsitzender des Komitees 1989-1992)